Gundula's Blog

Ein Unterschenkel-Gips und eine Dolmetscherin für Smiley

Training trotz Verletzung: Kreative Lösungen im Alltag mit Pferden

Heute möchte ich mit Euch ein Erlebnis, einen wunderbaren Moment und ein großes AHA teilen.

Vor ein paar Wochen hatte ich – nachdem mir Doncor, mein kleiner Lausbub, auf den Fuß gehüpft war – einen Unterschenkelgips. Nachdem meine Pferde im Training waren, wollte ich sie nicht nur auf die Koppel stellen, da sie ja im Winter auch schon Witterungs- und Käte bedingt ihre Pause hatten.

Was also tun, überlegte ich?! Bei den Youngsters wäre es wahrscheinlich nicht so schlimm, doch Smiley ist heuer 19, und regelmäßige Gymnastik tut ihm sehr gut. Naja, wer rastet der rostet! Das heißt jetzt, dass er jeden Tag einen saftigen Trainingsreiz bekommt ... Ganz so ist es natürlich nicht – ich überlege mir das schon sehr genau, einmal wird etwas mehr gemacht, und am nächsten Tag nur im Schritt, egal ob am Boden oder im Sattel, durchgymnastiziert – sodass er einfach geschmeidig bleibt.

So habe ich ja das Glück, dass meine liebe Barbara, die bei mir im Büro ist, auch sehr pferdeaffin und pferdeerfahren ist. Nicht nur das: Sie absolviert gerade die EquinoFIT® Ausbildung und ist mit ihrer Stute Lilo bei mir Einstellerin und auch im Training.

Gedacht, gefragt – getan: Sie übernahm in der Zwischenzeit das Training meiner Pferde, und ich durfte am Rand vom Viereck sitzen mit hochgelagertem Gipsbein und meine Kommentare dazu abgeben …
So kam es, dass sie auch Smiley für ein Training am Boden vorbereitete. Für dieses Training waren Seitengänge im Schritt angedacht und eventuell ein paar Piaffe Tritte.

Nachdem sie mir öfters bei Beritt-Pferden hilft, haben wir uns auf gleiche Kommandos abgestimmt. So z.B. Küsschen heißt ,vorwärts' und pfeifen heißt ,langsamer'.

Wenn ein Pfiff mehr sagt als tausend Worte

Na – und da fängt es dann bei sensiblen Pferd schon an 😊. Küsschen geht ja noch, doch das Pfeifen….
Ich wollte immer lernen, mit 2 Fingern zu pfeifen, hab das aber nie so richtig hinbekommen – daraus wurde ein Pfeifen, indem ich die Zunge zusammenrolle und an Gaumen drücke und dann Luft durchpuste. So entsteht nicht – wie ursprünglich gewollt – ein lauter Pfiff, sondern ein klares, helles Pfeifen, das für meine Pferde ,langsam' bedeutet.

Zum Verständnis: Meine Pferde und ich haben so quasi eine eigene gemeinsame Verständigung, man kann es auch Sprache nennen, entwickelt.

Ich rief von meiner Ecke aus: „Mach das Schulterherein etwas langsamer und mit tieferer Kopfhaltung ….“

Barbara gab sich alle Mühe und versuchte, sich Smiley verständlich zu machen, doch der blickte immer wieder mit fragenden Augen in meine Richtung. Also pfiff ich und gab von meinem Hocker, mit hochgelagertem Bein, die Signale. Und plötzlich verstand er – und beide, Barbara und Smiley, konnten die Übung so beenden, wie ich es gerne gehabt hätte.

Vertrauen im Training: Die unsichtbare Verbindung

Gundula Lorenz mit ihrem Pferd

Barbara lobte Smiley – und wir, ich könnte fast sagen: wir drei, bekamen einen Lachanfall.

Ja, ein sensibles Pferd ist ein sensibles Pferd – auch wenn es mal gut ist, wenn es mit jemand anderen Trainieren darf. 😊

Eine Erfahrung, die ich so noch nie erlebt habe, die mir aber sehr die Augen und auch mein Herz geöffnet hat!

Eure Gundula

Zurück zur Blog-Übersicht

Nächsten Termine

Mittwoch,

EquinoFIT® Professional Trainer

Werde jetzt vom Pferdebesitzer zum absoluten Profi-Partner bzw. Gesundheitscoach Deines Pferdes für eine gesunde Zukunft im Sattel!

Weiterlesen …