Gundula's Blog

So unterschiedlich sind Pferde-Persönlichkeiten

Jedes Pferd hat seinen eigenen Charakter, den es wohl schon von Natur aus besitzt – doch ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch als Mensch (Trainer, Pferdebesitzer, Stallbetreiber, Tierarzt – eigentlich alle, die mit dem Pferd zu tun haben) einen Teil dazu beiträgt, den Charakter eines Pferds zu formen.

Wieso mir dieses Thema so am Herzen liegt? Weil wir, wenn wir ein Pferd kaufen, es ins Training oder als Stallbesitzer in Obhut nehmen, auch eine Verantwortung dem Lebewesen gegenüber übernehmen.
Die Aufgabe sollte es sein, jedes Pferd individuell zu fördern, damit es über sich selbst hinauswachsen kann –  so ähnlich, wie wir das für unsere Kinder tun, getreu dem Motto:

„Gib ihm Wurzeln, trainiere seinen Körper, verleih´ seinem Geist Flügel, sodass es von Innen zum Strahlen kommt!“

Das Endergebnis ist das Leuchten und Strahlen der Pferdeaugen, doch die Wege dorthin sind nicht für alle Pferde gleich, wie ich Euch an einem Beispiel vor Augen führen möchte:

Eine Dualgasse liegt in der Halle,  und die Aufgabe ist, einfach mal da drüber zu gehen. Hört sich sehr einfach an, doch ihr werdet gleich lesen, wie unterschiedlich man es als Pferd angehen kann.

„Klein“-Doncor – er ist ja mittlerweile schon gleich groß wie Smiley – sieht die gelbe Dualgasse liegen, steuert darauf zu und nimmt sie ganz genau unter die Lupe. Sie wird mal mit der Nase untersucht, dann auch mit den Vorderbeinen, auch wird mal hineingebissen, um evtl. das Gewicht zu überprüfen. Und erst dann kommt ein Blick zu mir, quasi als Nachfrage, was man damit solle und warum dieses gelbe Ding da im Viereck liegt?

Auf ein kleines Zeichen von mir, einfach mal darüber zu gehen, wird der Vorschlag gleich mal angenommen – und man setzt ein Bein nach dem anderen darüber, ohne großes Aufsehen und mit einer ziemlichen Gelassenheit. Auch ist gleich danach ein suchender Blick, was es noch zu entdecken gäbe.

Smiley, mein großer Professor, geht das Ganze deutlich anders an: Er „funktioniert" gleichsam wie von selbst und führt Befehle aus, ohne groß nachzufragen. Doch nicht nur das: Er setzt geradezu einen Tunnelblick auf und möchte die Aufgabe so schnell es geht hinter sich bringen. Naja, auch eine Möglichkeit, eine einfache Aufgabe zu lösen – doch wer glaubt ihr, strahlt mehr von innen: Klein-Doncor oder Professor Smiley?

Funktionieren ist gut und schön und für manche Reiter (inkl. Umfeld) auch einfacher – doch nicht in meinem Sinne. Ich möchte Pferde haben, die jede Minute in meinem Training bei mir sind, vielleicht auch lustige Ideen haben, die nicht immer passend sind – doch auch mir mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

So fing ich an, Smiley einfach vor der Dualgasse in die Entspannungshaltung – Nase Richtung Boden – zu bringen, ihn auch mit einem Leckerli zu füttern. Denn während des Kauens kann der Körper sich nicht anspannen. Geht er drüber, dreh ich ihn und lasse ihn ansehen, was da gerade am Boden war.  Auch fordere ich  von dieser Seite der Dualgasse die Entspannungshaltung, wenn nötig wieder mit Leckerli.

Und ich kann Euch sagen, dass auch Smiley mittlerweile seine eigenen Ideen ins Training einbringt bzw. auch manchmal in der Früh Schabernack beim Rauslassen auf den Auslauf macht.

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